Die grund_schule der künste* ist ein Bildungsort unter dem Dach der Universität der Künste Berlin und damit ein besonderer Baustein des Berliner Grundschullehramtsstudiums. Darüber hinaus ermöglicht die grund_schule der künste Kindern, unabhängig von sozialer und kultureller Herkunft, an der Welt der Künste teilzuhaben. Die Künste sind in diesem Zusammenhang als ein unverzichtbarer Kern der grundlegenden Bildung zu verstehen. Neben ihrem Eigensinn und –wert fördern und fordern die Künste Imaginationsfähigkeit und Fantasie und damit individuelle Lern- und Bildungskompetenz. In diesem Sinne erforschen in der grundschule der künste Studierende wie Lehrende gemeinsam mit Kindern und ihren Lehrerinnen und Lehrern, wie Bildung durch die Künste gelingen kann.



Zwischen Kind und Kunst – Ohne ästhetische Bildung ist kulturelle Bildung sinn-los

Rede von Kulturstaatsministerin Monika Grütters anlässlich der Einweihung der „grund_schule der künste“ der Universität der Künste
Conrad Rodenberg

Dem Eigensinn der Kinderzeichnung auf der Spur (Rezension)

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[Rezension zum sechsten Band der Schriftenreihe »grund_schule kunst bildung« von Jens Thiele erschienen in den BDK-Mitteilungen 2.2019, S. 45f.]

grund_schule kunst bildung, Band sechs: Kinderzeichnung?
herausgegeben von Kirsten Winderlich
Athena-Verlag, Oberhausen 2018, 145 Seiten, 19,50 €

Dem Eigensinn der Kinderzeichnung auf der Spur

Dass die Kinderzeichnung eine zentrale Kategorie der ästhetischen Bildung ist, bedarf in dem von Kirsten Winderlich herausgegebenen und an der grund_schule der künste erarbeiteten Band keiner erneuten Begründung. Vielmehr weiten die Autorinnen und Autoren den Blick auf kindliches Zeichnen und Malen durch neue, überraschende und experimentelle Zugänge und belegen damit, dass sich scheinbar zeitlose Forschungsfelder der Ästhetischen Erziehung aus einer veränderten Perspektive auch neu entfalten können.

Nicht mehr die Kinderzeichnung selbst als fertiges Produkt, das es zu bewerten und benoten gilt, steht im Fokus der hier zusammengeführten Beiträge, sondern die Entdeckung, Beobachtung und Förderung der Rahmenbedingungen, unter denen kindliche Gestaltungsprozesse in Gang kommen, sichtbar werden und sich mit anderen ästhetischen Materialien, Medien und Methoden verbinden. Die Kinderzeichnung wird als Teil umfassender ästhetischer Erfahrungsprozesse verstanden, die in diesem erweiterten Kontext aber auch selbst wieder ein Gegenstand der Neugier wird.

Die hier vorgestellten Projekte favorisieren die Idee eines Grundschulunterrichts, der Kindern (mentalen und realen) Raum gibt, um über vertraute ästhetische Muster hinaus zu eigenen, eigensinnigen Lösungen zu kommen – und über eine Lehrerausbildung, in der sich angehende Lehrer*innen experimentell-forschend nicht nur mit Bildern, sondern mit allen gestalterischen Äußerungen von Kindern auseinandersetzen.

Das geschieht durch eine Vielzahl theoretisch wie empirisch gut geplanter Ansätze, etwa durch Methodenexperimente, in denen Kinderzeichnungen überdimensioniert auf eine Wand transformiert und animiert werden. Die Bilder werden Strich für Strich ‚nachgezeichnet‘, um im Nachspüren eigene ästhetische Erfahrungen zu gewinnen (Beitrag Conrad Rodenberg). Das geschieht auch durch sehr genaue Beobachtung und Reflexion, wie Kinder auf bildnerische Vorgaben (Bildstil, Material, narrative Anstöße) reagieren, sich bildnerisch imaginierend einbringen und zu individuellen Deutungswegen finden (Beitrag Kirsten Winderlich). Lange Bildstrecken über Seiten hinweg lassen den Benutzer des Buches an diesen Gestaltungsprozessen unmittelbar teilhaben.

Der Schulpraxis liefert der Band u.a. Impulse für das freie, entdeckende Zeichnen mit dem Ziel, Schüler*innen für den Begriff der Zeichnung überhaupt zu sensibilisieren und sie so an eine zentrale Bildkategorie heranzuführen (Beitrag Johannes Jakobi). Ergiebig für einen Perspektivwechsel im Unterricht ist auch der performative Weg, der durch einen zweckfreien bzw. zweckentfremdeten Gebrauch vorgefundener Materialien Malexperimente auf Papier in Gang setzt, die zwischen Happening, Mixed Media und Performance liegen (Beitrag Annika Vogt). Weitere anregende Beiträge zur Theorie, Forschung, Analyse und Praxis kindlicher Bildsprache ergänzen die Textsammlung.

Die durchgeführten Projekte, Ideen und Experimente lassen sich nicht sogleich geradlinig auf schulische Lernsituationen übertragen. Aber sie öffnen den Blick für ein anderes Verständnis von Unterricht rund um die ‚Kinderzeichnung‘, sie machen neugierig auf den Eigensinn kindlicher Bildproduktion und zeigen damit verbundene Spielräume ästhetischen Lernens in der Grundschule auf. Fazit: Ein facettenreiches Experimentierfeld zur Erforschung kindlicher Gestaltungsprozesse und –kompetenzen.

Jens Thiele

[Foto: Marius Förster]

Josefine Feiten

Baukulturelle Bildung

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Workshop „Baukulturelle Bildung“

Der viertägige Workshop am Berlin Career College der Universität
der Künste Berlin vermittelt Zugänge und Strategien,
um Kinder und Jugendliche in schulischen oder außerschulischen
Kontexten für die gebaute Umwelt zu sensibilisieren
und mit ihnen ins Nachdenken, Sprechen und Philosophieren
über Architektur zu kommen. Die Teilnehmenden werden
an spielerische und experimentelle Verfahren sowie Flaniertechniken
herangeführt und erhalten Einblicke in Architektur-
und Wahrnehmungspsychologie und in das spezifische
ästhetische Erleben von Kindern und Jugendlichen.

Zielgruppe:
Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen, Kunstvermittlerinnen
und Kunstvermittler, Architektinnen und Architekten

Lehrende:
Dr. phil. Turit Fröbe (Architekturhistorikerin und Urbanistin,
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Universität der Künste Berlin)
Univ.-Prof. Dr. phil. Kirsten Winderlich (Kindheitsforscherin,
Professorin für Ästhetische Bildung und Kunstdidaktik, Gründerin
der grund_schule der künste an der Universität der
Künste Berlin)

Laufzeit: 13./14. September und 25./26. Oktober 2019
Teilnahme: 290 Euro, max. 15 Teilnehmer
Anmeldeschluss: 14. August 2019
Information und Anmeldung:
www.udk-berlin.de/ziw/kurse

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Josefine Feiten

Kinder als Buch-Experten

Kirsten Winderlich war zu Besuch im Lesekeller

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Eine Bibliothek in „klein“? So mutet es fast an, wenn man den Lesekeller der Adolf-Glasbrenner-Grundschule in Kreuzberg besucht und an der Rezeption von einem Mitglied der Bibliotheks-AG des Freizeitbereichs der Schule empfangen wird. Nein, ganz und gar nicht! Neben einer großen Bandbreite an Kinder- und Jugendliteratur und Sachbüchern zum Ausleihen für den Unterricht aber auch für Zuhause sowie einer beeindruckenden Präsenz von Bilderbüchern, die professionell wie partizipativ kategorisiert und verwaltet werden, ist der Lesekeller mit seinem Wortlabor auch eine Schreibwerkstatt und eröffnet den Kindern einen in vielen Schulbibliotheken unterschätzten Erfahrungsraum: Bücher haben nicht nur – sie brauchen auch Autor*innen!

Danke für die beeindruckende Führung an Ada, Anton, Emma, Lili, Matilda, Bettina Braun und Michael Wien!

 

 

grundschulekunstbildung

Architektur lesen lernen

Die Rezension von Kirsten Winderlich über Turit Fröbes neues Buch ist  in den BDK-Mitteilungen erschienen.

 Fröbe, Turit: Alles nur Fassade? Das Bestimmungsbuch für moderne Architektur. Köln (DuMont Buchverlag) 2018; 176 Seiten, 500 farbige Abbildungen; 20,00 Euro; ISBN 978-3-8321-9947-0

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Von den Fenstern ausgehend nicht nur Architektur einordnen können, sondern auch ein Gefühl für sie zu bekommen – geht das? Dass das geht zeigt ein Spaziergang mit dem Bestimmungsbuch von Turit Fröbe im Gepäck. Ähnlich wie Franz Hessel (1929) geht es auch Fröbe um den verlangsamten und dabei wahrnehmenden Blick für die Elemente, die Architektur ausmachen. Fenster, Material und Form sind dabei die Kategorien, über die sich der jeweilige Stil der Architektur bestimmen lässt. Bewusst legt die Architekturhistorikerin dabei den Schwerpunkt nicht, wie ansonsten im Rahmen von Publikationen zur Architektur üblich, auf das Besondere und Herausragende, sondern auf das Alltägliche. Wer die „Kunst der Bausünde“ (2013) kennt, merkt schnell: Turit Fröbe bleibt sich treu. Mit Humor und gleichzeitig unersättlicher Freude am Detail, führt sie uns mit ihrem Bestimmungsbuch in das Wesen der modernen Architektur ein und befähigt uns damit sie zu „lesen“.

Auch didaktisch ist das Buch ausgeklügelt und von seltener Gewitztheit. Mit einem Überblick über Fenster und ihre unterschiedlichen Formate steigen wir ein und lernen, was die Fassaden uns über die Stile der Moderne, inklusive Vormoderne, zu erzählen haben. Dabei wird auch berücksichtigt, dass die Entwicklungen in der ehemaligen BRD und DDR unterschiedlich bzw. leicht zeitversetzt verlaufen sind. Was wäre eine Erkundungstour ohne die Gefahr einer Falle? Turit Fröbe hat daran gedacht und sensibilisiert uns mit einem Button „Achtung NEO Falle!“ dafür, dass wir gegenwärtig im Stadtraum vielen Baustilen der Moderne als Revival begegnen. Sie rät: „Schauen Sie besser noch einmal bei den Neo-Stilen ab Seite 158 nach!“ (15)

Kurzum: Das Buch ist gerade im Hinblick auf die Rahmenlehrpläne, die Architektur explizit als Unterrichtsgegenstand hervorheben, ein Gewinn und sollte deshalb in keinem Kunstunterricht fehlen – weder im Gymnasium noch in der Grundschule!

Kirsten Winderlich

BDK-Mitteilungen 1.2019, S. 47

grundschulekunstbildung

Rezension MEIN BUCH in der Zeitschrift des Deutschen Ärztinnenbundes

Wir freuen uns über die Rezension von Margit Linsmann-Dege in »ärztin«, der Zeitschrift des Deutschen Ärztinnenbundes e.V. und hoffen, dass MEIN BUCH nicht nur die Wartezeit verkürzt, sondern Medizinische Versorgung und Bildung in regen Austausch bringt.

Rezension MEIN BUCH / arztin (12/2018)

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grundschulekunstbildung

Festtagsgrüße

Mit schönen Erinnerungen an unsere Weihnachtsfeier mit vielen freundlichen Begegnungen verabschieden wir uns in die Feiertage, wünschen ein Frohes Fest und einen Guten Übergang in ein sicher ereignisreiches Jahr 2019.

Das Team der grund_schule der künste

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grundschulekunstbildung

PreColleges in der grund_schule der künste

Am 14. Dezember haben wir im Rahmen der PreColleges unsere Türen für potenzielle Studierende für die Grundschule mit vertieftem Fach Bildende Kunst an der UdK geöffnet. Inspiriert von einem lebhaften Austausch in unseren Räumen, die in Kooperaiton mit Künstler*innen gestaltet wurden – darunter auch der „Raum für Bildung und Bilder“ von Olafur Eliasson – sind wir gespannt, wen wir im nächsten Wintersemester an der UdK und in der grund_schule der künste begrüßen dürfen!

Viel Erfolg für die Bewerbung!

[Turit Fröbe]

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grundschulekunstbildung

grund_schule kunst bildung, band sechs: kinderzeichnung?

Gerade erschienen und jetzt erhältlich:

Die Beiträge des sechsten Bandes der Schriftenreihe grund_schule kunst bildung diskutieren theoriegebunden Möglichkeiten, Kindern Raum für ihre eigenen Bilder zu geben und regen auf diese Weise eine Bild(ungs)praxis an, die in Anlehnung an Bernhard Waldenfels nicht nur Sichtbares aufzeigt, sondern sehend macht und dabei Kinder unterstützt, Mögliches ins Bild zu bringen.

Mit Beiträgen von Birgit Engel, Liesa Hirschmüller, Johannes Jakobi, Maryam Khanahmadi, Sarah Loibl, Janna Rakowski, Conrad Rodenberg, Judith Seng, Annika Vogt, Anna Willer und Kirsten Winderlich.

erhältlich beim Athena Verlag

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grundschulekunstbildung

Architektur lesen lernen

Turit Fröbe, ehemals Gastprofessorin in der grund_schule der künste stellt ihr neues Buch aktuell auf der Frankfurter Buchmesse vor

 Fröbe, Turit: Alles nur Fassade? Das Bestimmungsbuch für moderne Architektur. Köln (DuMont Buchverlag) 2018; 176 Seiten, 500 farbige Abbildungen; 20,00 Euro; ISBN 978-3-8321-9947-0

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Von den Fenstern ausgehend nicht nur Architektur einordnen können, sondern auch ein Gefühl für sie zu bekommen – geht das? Dass das geht zeigt ein Spaziergang mit dem Bestimmungsbuch von Turit Fröbe im Gepäck. Ähnlich wie Franz Hessel (1929) geht es auch Fröbe um den verlangsamten und dabei wahrnehmenden Blick für die Elemente, die Architektur ausmachen. Fenster, Material und Form sind dabei die Kategorien, über die sich der jeweilige Stil der Architektur bestimmen lässt. Bewusst legt die Architekturhistorikerin dabei den Schwerpunkt nicht, wie ansonsten im Rahmen von Publikationen zur Architektur üblich, auf das Besondere und Herausragende, sondern auf das Alltägliche. Wer die „Kunst der Bausünde“ (2013) kennt, merkt schnell: Turit Fröbe bleibt sich treu. Mit Humor und gleichzeitig unersättlicher Freude am Detail, führt sie uns mit ihrem Bestimmungsbuch in das Wesen der modernen Architektur ein und befähigt uns damit sie zu „lesen“.

Auch didaktisch ist das Buch ausgeklügelt und von seltener Gewitztheit. Mit einem Überblick über Fenster und ihre unterschiedlichen Formate steigen wir ein und lernen, was die Fassaden uns über die Stile der Moderne, inklusive Vormoderne, zu erzählen haben. Dabei wird auch berücksichtigt, dass die Entwicklungen in der ehemaligen BRD und DDR unterschiedlich bzw. leicht zeitversetzt verlaufen sind. Was wäre eine Erkundungstour ohne die Gefahr einer Falle? Turit Fröbe hat daran gedacht und sensibilisiert uns mit einem Button „Achtung NEO Falle!“ dafür, dass wir gegenwärtig im Stadtraum vielen Baustilen der Moderne als Revival begegnen. Sie rät: „Schauen Sie besser noch einmal bei den Neo-Stilen ab Seite 158 nach!“ (15)

Kurzum: Das Buch ist gerade im Hinblick auf die Rahmenlehrpläne, die Architektur explizit als Unterrichtsgegenstand hervorheben, ein Gewinn und sollte deshalb in keinem Kunstunterricht fehlen – weder im Gymnasium noch in der Grundschule!

Kirsten Winderlich

grundschulekunstbildung

Rezension zu MEIN BUCH von Jens Thiele in »1001 Buch. Das Magazin für Kinder-und Jugendliteratur«

Mein Buch. Das Sprachbildungsbuch für Kinder

hrsg. von Kirsten Winderlich
Pappbox mit drei Heften und zwei Farbstiften
Verlag Was mit Kindern GmbH, Berlin 2018
€ 9,90

Mein Buch Elisa Bauer
Foto von Elisa Bauer

Bilderbücher, die ihre Adressaten aus der Rezeptionshaltung herauslocken und zur aktiven Gestaltung motivieren wollen, haben es auf dem Buchmarkt traditionell schwer. Sie werden oft in die Sach- und Spielbuchecke gedrängt. Einen ähnlich schweren Stand haben Bilderbücher, deren Illustrationen von Kindern und nicht von professionellen Illustratoren angefertigt werden; auch sie sind auf dem Markt nicht nachgefragt, wie zahlreiche Versuche belegen. Mit diesen beiden Hypotheken geht Mein Buch an den Start, ein Projekt, das in der grund_schule der künste an der Universität der Künste Berlin entwickelt wurde. Es geht um einen offenen, kreativen Umgang mit Sprache und Bildern, mit Buchstaben, Wörtern und Bildzeichen. Es geht um Zugänge zur Bildung durch eigene Erfahrungen mit dem Erzählen von Geschichten. Was zunächst nach einem Lernlesebuch für die Grundschule klingt, ist tatsächlich etwas grundlegend Anderes. Das wird schon am Design deutlich: man öffnet nicht ein Buch, sondern eine Pappschachtel, in der drei Hefte sowie zwei dicke Buntstifte liegen, ergänzt durch einen Stapel leerer Buchseiten. Heft 1 bietet Ansätze von Geschichten, überwiegend in Bildern erzählt, die Kinder angefertigt haben. Diese Geschichtsanfänge können weitererzählt oder umgedeutet werden, durch eigene Zeichnungen auf freien Heftseiten oder durch Hineinzeichnen in vorhandene Bilder. Die narrativen Vorgaben wechseln dabei in ihren ästhetischen Grundformen, in ihren Stimmungen und in ihrer Sinnlichkeit, so dass hier Erzählen in seinen vielfältigen Kommunikationsformen erfahrbar wird. Auch Heft 2 führt den offenen, spielerischen Ansatz der Annäherung an Sprache fort. Das Wort Anfang mit seinen einzelnen Buchstaben wird nun zum Spiel- und Experimentierfeld, sowohl für die Macher als auch für die Nutzer. In lockerer Anlehnung an die bildhaften ABC-Bücher kann man sich in die fantasievolle Buchstaben-Welt durch Wort und Bild einklinken. Das dritte Heft verdeutlicht noch einmal die Grundidee der Autor_innen, bildnerische Äußerungen von Kindern als Basis und Motivation für eigene, individuelle Erzählübungen zu nutzen. Auf ästhetisch ausgesprochen reizvollen und anregenden Bildflächen, die Kinder mit Hilfe von Zeichenmaschinen hergestellt haben, kann nun eine eigene längere Geschichte mit einem dramaturgischen Verlauf gezeichnet und geschrieben werden, ohne pädagogischen Zeigefinger oder einengende Vorgaben.

Die Intention des Projektteams, dass sich Zugänge zur (fremden) Sprache über das Erzählen mit seinen bildhaften und sprachlichen Mustern und Regeln, aber auch mit den Möglichkeiten individueller Ausdeutungen ergeben, wird in den drei Heften mit ihren aufeinander abgestimmten Materialien überzeugend umgesetzt.

Man versteht die Konzeption dieses ‚Buchs‘ noch klarer, wenn man sich den kulturpolitischen Hintergrund vergegenwärtigt. Das Autorenteam hat sich zum Ziel gesetzt, mit Mein Buch all den Kindern in Berlin eine Chance auf Teilhabe an der deutschen Sprache und damit an Bildung zu geben, die durch Migration, Flucht und soziale Ausgrenzung erschwerte Lernbedingungen vorfinden. Die Pappbox wurde bereits an viele Kinder über die grund_schule der künste kostenlos verteilt. Mein Buch könnte Kindern auch an jedem anderen Ort eine solche Chance bieten, auch oder gerade jenseits der klassischen Lernorte.

Jens Thiele

im Magazin für Kinder- und Jugendliteratur “1001 Buch“ (3/18)

grundschulekunstbildung

Zu Sprachen finden (Rezension)

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[Rezension zum fünften Band der Schriftenreihe »grund_schule kunst bildung« von Flurina Affentranger (CH), erschienen in den BDK Mitteilungen, 3.2018, S. 46]

Zu Sprachen finden

Wie kommen wir zur Sprache? Als hochaktuelles Bildungs- und sozialpolitisches Thema drängt die Frage nach der Sprachbildung und Sprachförderung in der Schule auf allen Stufen. Die Globalisierung und wachsende Komplexität unserer Lebenswelten stellen hohe Anforderungen an die sprachlichen und literalen Kompetenzen. Doch geht es auch um das Finden eigener Sprachen – Sprachen, die Ausdrucksmittel persönlicher Wahrnehmung, Reflexion und Emotion sein können.

Unumstritten ist die Sprachbildung, insbesondere in der Grundschule, eine interdisziplinäre Aufgabe. Welche Perspektiven aber öffnen sich, wenn sie nicht nur mit wissenschaftlichem Blick, sondern auch aus künstlerischer Haltung heraus gedacht wird? Der fünfte Band der von Kirsten Winderlich herausgegebenen Schriftenreihe, grund_schule kunst bildung’ zeigt Wege auf, wie es gelingen kann, ausgehend von ästhetisch-künstlerischen Zugängen zu Sprachen zu finden.

In neun Beiträgen wird vielstimmig offenkundig, wie neben dem gesprochenen oder geschriebenen Wort gleichberechtigt auch das künstlerisch Hervorgebrachte von Kindern als sprachliche Äusserung verstanden werden kann. Dabei liegt das Wesentliche nicht bloss im Festgehaltenen sondern auch im Flüchtigen: im bildnerischen Prozess, in der Klangproduktion, in der Vermittlungssituation, im Performativen oder schlicht in der gemeinsamen Präsenz von Kindern, Studierenden und Lehrenden.

Eindrücklich schildert Conrad Rodenberg (‚Erzählen zwischen Bild und Klang‘) wie im Moment einer Klangimprovisation vor Bildern jede Forderung der Kinder nach Erklärungen, wie die Musik zu spielen sei, ausbleibt. Die Lust am Ausprobieren führt zu einem Sich-Einlassen, das vom Spontanen lebt. Darin scheint ein Schlüsselmoment zu liegen, der in unterschiedlichen Formen in allen Beiträgen anklingt. Sprachen ereignen und entwickeln sich dann, „wenn wir uns mit aller Aufmerksamkeit einer Sache widmen“ (Winderlich, 2017).

Involviert in den Lehr- Lern- und Forschungsort ‚grund_schule der künste‘, der unter dem Dach der Universität der Künste Berlin steht, schreiben die Autor*innen (Vivienne Appelius, Nick Ash, Turit Fröbe, Evelyn May, Janna Rakowski, Conrad Rodenberg, Jens Thiele, Sandra Topan und Kirsten Winderlich) aus forschender, lehrender, vermittelnder und studentischer Sicht. Als fruchtbares Wechselspiel von theoretischer Fundierung und dokumentierter Praxis ist die Publikation anregender Impuls in der Auseinandersetzung mit der drängenden Frage nach Sprachbildung und betont nicht zuletzt die Relevanz ästhetisch-künstlerischer Bildung in der Schule.

Flurina Affentranger

grundschulekunstbildung

Als Künstlerin in der Grundschule

Die grund_schule der künste fordert einen künstlerischen Kunstunterricht für Grundschulen.

Entsprechend hat die grund_schule der künste  ein Artist-in-Residence-Programm ins Leben gerufen, das wegweisende Impulse für ein Stiftungsprogramm gegeben hat.

Hören Sie hier die Erfahrungen der Künstlerin Merle Richter:

Deutschlandfunk Kultur, Studio 9

grundschulekunstbildung

Modulabschlussprüfungen SoSe18

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Die Termine für die Modulabschlussprüfungen in MÄErz und in Kunstdidaktik Grundschule stehen nun fest. Die Prüfungen finden statt am

Freitag, den 13.7. ab 9 Uhr und

Montag, den 16.7. ab 12 Uhr

Am 13.7. sollen vornehmlich die Prüfungen in MÄErz und am 16.7. vornehmlich die Kunstdidaktik-Prüfungen stattfinden.

Der Tutoriumstermin, bei dem der Rahmen, die Anforderungen für die Prüfungen sowie Fragen besprochen werden können, findet am Donnerstag, den 14.6. von 15 – 16 Uhr in der Forschungswerkstatt (Raum 12) in der Bundesallee 1-12 statt.

Die Anmeldung mit dem Prüfungsthema an Frau Radke (Hardenbergstr. 33, Raum 122b; maja.radke@intra.udk-berlin.de) oder Herrn Rodenberg (c.rodenberg@udk-berlin.de)

grundschulekunstbildung

Was fehlt den Lehrwerken für die Deutsche Sprache?

Am 24. April 2018 sprach Anja Herzog vom Kulturradio rbb mit Kirsten Winderlich über MEIN BUCH – das neue Sprachbildungsbuch für Kinder.

 

grundschulekunstbildung

Kick Off für MEIN BUCH – Das Sprachbildungsbuch

MEIN BUCH ist ein Buch, das Kindern über Bilder Geschichten erzählt und dabei anregt die Geschichten weiterzuerzählen und zu -zeichnen. Es handelt sich also um ein Buchobjekt, in das Kinder schreiben zeichnen und malen können – und das auf diese Weise zu IHREM BUCH wird.

Kick-off  Front

Kick-off 3

Am 27. April waren rund 250 Kinder zu Gast in der grund_schule der künste, um das Sprachbildungsbuch in feierlichem Rahmen entgegenzunehmen.

Kick-off 2

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie stellt MEIN BUCH 12.000 Kindern kostenlos zur Verfügung.

http://bilderbuchkunst.de/portfolio/mein-buch-dein-buch/

Kick-off 1

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Fotos von Cindy Wimmer

grundschulekunstbildung

Kick-Off-Veranstaltung zu »MEIN BUCH«

MEIN BUCH, das Sprachbildungsbuch für Kinder, ist ein Schreib-, Mal- und Zeichenbuch, das die grund_schule der künste gemeinsam mit vielen Kindern und in Kooperation mit dem Wamiki Verlag entwickelt und realisiert hat. Gefördert von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie wird das BUCH, das über Bilder anregt ins Erzählen und Schreiben zu kommen, 12.000 Kindern kostenlos zur Verfügung gestellt. Am Donnerstag, den 26. April um 11 bis 13 Uhr, erhalten Lehrkräfte Informationen und Einblick in das innovative Projekt ästhetisch-künstlerischer Sprachbildung.

Am Freitag, den 27. April, stehen die Türen der Grundschule der Künste für eine feierliche Übergabe der Bücher an Schulklassen zwischen 9 und 13 Uhr offen.

Zu beiden Terminen sind Schulklassen Berliner Grundschulen sowie pädagogische Fachkräfte und Schulberaterinnen und Schulberater herzlich eingeladen.

Ort:
Raum 9 der grund_schule der künste,
Universität der Künste Berlin
Bundesallee 1-12
10719 Berlin (Nähe U9: Spichernstraße)

Bitte schicken Sie uns eine E-mail mit Ihrer Anmeldung bis zum 20. April an: grundschulekunstbildung@udk-berlin.de

Wir freuen uns auf Sie!
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grundschulekunstbildung

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Sommer 2018

Hier finden Sie das kommentierte Vorlesungsverzeichnis mit den Seminaren in Kunstdidaktik Grundschule und MÄERZ für das Sommersemester 2018 zum Download als pdf:

KVV_SoSe2018_KUNSTDIDAKTIK-GS_MÄERZ

KVV_SoSe18