Die grund_schule der künste* ist ein Bildungsort unter dem Dach der Universität der Künste Berlin und damit ein besonderer Baustein des Berliner Grundschullehramtsstudiums. Darüber hinaus ermöglicht die grund_schule der künste Kindern, unabhängig von sozialer und kultureller Herkunft, an der Welt der Künste teilzuhaben. Die Künste sind in diesem Zusammenhang als ein unverzichtbarer Kern der grundlegenden Bildung zu verstehen. Neben ihrem Eigensinn und –wert fördern und fordern die Künste Imaginationsfähigkeit und Fantasie und damit individuelle Lern- und Bildungskompetenz. In diesem Sinne erforschen in der grundschule der künste Studierende wie Lehrende gemeinsam mit Kindern und ihren Lehrerinnen und Lehrern, wie Bildung durch die Künste gelingen kann.

Hier finden Sie die Seminare für das aktuelle Semester: KVV Sommer 2016 Kunstdidaktik GS MÄERZ

Zwischen Kind und Kunst – Ohne ästhetische Bildung ist kulturelle Bildung sinn-los



Rede von Kulturstaatsministerin Monika Grütters anlässlich der Einweihung der „grund_schule der künste“ der Universität der Künste
Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Schule und Museum

Eine Initiative mit Vertreter*innen aus Schule, Hochschule und Museum veröffentlicht ihre Visionen und Empfehlungen

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Wie soll nachhaltige Zusammenarbeit von Museen und Schulen in einer weltoffenen, diversen und inklusiven Gesellschaft gestaltet werden? Was muss in Museen und Schulen geschehen, damit Kindern und Jugendlichen Erfahrungsräume und damit umfassende Bildungschancen eröffnet werden?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Initiative Museum und Schule, in der sich mittlerweile sechzig Expert*innen aus Schule, Hochschule und Museum engagieren. Gegründet wurde die Initiative als Museologischer Salon vor einem Jahr am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg. Anstoß gab der Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, einen Leitfaden für eine veränderte Kooperationskultur zwischen Schule und Museum zu entwickeln, der auf dem weiterentwickelten Rahmenkonzept Kulturelle Bildung sowie dem neuen Rahmenlehrplan für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 in Berlin und Brandenburg basiert.

Am 19. Mai 2016 stellte die Initiative im Rahmen des 6. Museologischen Salons ihre Empfehlungen für die Zusammenarbeit von Museen und Schulen vor. Sie enthalten, neben einem gemeinsamen Leitbild, Visionen sowie konkrete Kernaufgaben für Berlin.

 

Prof. Dr. Kirsten Winderlich, Leiterin der grund_schule der künste der UdK Berlin, hat im Rahmen der Initiative Museum und Schule die fachwissenschaftliche Begleitung für die Schule unter besonderer Berücksichtigung der Ästhetischen Bildung übernommen.

Als einen weiteren Meilenstein, gerade auch im Hinblick auf die Entwicklung und Profilierung der künstlerischen Lehrkräftebildung der UdK Berlin, wird Kirsten Winderlich die Zusammenarbeit mit Museen im Praxissemester unter besonderer Berücksichtigung der Grundschule etablieren. Ziel ist hierbei die Bildungspotenziale Museum gemeinsam mit Studierenden, Schulen sowie Lehrenden aus Hochschule und Museum aufzuspüren, zu reflektieren und produktiv zu machen.

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grundschulekunstbildung

Oper remixed – Eine transkulturelle Begegnung zwischen Kunst und Bildung

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Vom 29. April bis zum 3. Mai trafen Studierende der UdK Berlin und der Seinan Gakuin Universität Fukuoka, Japan zu einem transkulturellen Austausch zusammen, bei dem es eine spannende Verschränkung des Ansatzes ästhetischer und künstlerischer Bildung der grund_schule der künste mit der Methode der Szenischen Interpretation gab. Ausgangspunkt war die Oper Madama Butterfly, in der Giacomo Puccini das Bild Japans im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts verarbeitet hat. Unter Leitung von Conrad Rodenberg (grund_schule der künste, UdK), Reiner O. Brinkmann, Tobias Daniel Reiser, Aya Wilde (Junge Staatsoper Berlin) und Hitoshi Watanabe (Seinan Gakuin Universität) fand eine intensive Auseinandersetzung mit dem Opernstoff sowie ein inter- und transkultureller japanisch-deutscher Dialog statt, bei dem die Beschäftigung mit pädagogischen Haltungen und Herangehensweisen an Bildungsprozesse in den Fokus rückte.

Bei einem Workshop in der Staatsoper lernten die Studierenden durch die Szenische Interpretation die Handlung und Charaktere von Madama Butterfly ‘von innen’ kennen. Die Kunstform Oper, die den meisten mehr oder weniger fremd war, diente als Reibungsfläche, an der gegenseitige Klischees szenisch und künstlerisch verarbeitet wurden, um zu einem dezidierteren Bild zu gelangen. In den Räumen der grund_schule der künste wurden anschließend gemeinsam ästhetische Handlungsimpulse erarbeitet, die von Schüler_innen der Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule erlebt und erprobt werden konnten. Die japanischen und deutschen Studierenden verbanden Tanz, Performance, Schattenspiel, Origami, Kaligraphie, Musik sowie Dichtung und japanische Teezeremonie zu verschiedenen interdisziplinären Erfahrungsräumen, welche die Schüler_innen zu individuellem Experiment und Ausdruck einluden. Besonders war hierbei für alle Beteiligten die reichhaltigen Möglichkeiten, sich über die Künste und jenseits von etwaigen Sprachbarrieren zu verständigen.

Den Abschluss des Projektes bildete der gemeinsame Besuch einer 25 Jahre alten Inszenierung von Madama Butterfly in der Staatsoper, bei dem Schüler_innen, Studierende und Dozent_innen mit sensiblem Sinn für das Inter- und Transkulturelle sowie eigenen ästhetisch-künstlerischen Perspektiven Zugänge zum Stoff der Oper finden konnten.