Im Rahmen der grund_schule der künste findet sowohl Praxisforschung als auch wissenschaftliche Forschung statt.

Die Praxisforschung ist dabei auf den individuellen Einzelfall bezogen und bindet die beteiligten Lehrer_innen als Experten für das Feld Kunst, Bildung und Schule ein. Im Mittelpunkt stehen dabei zum Beispiel folgenden Fragen: Wie können Schulen ihr ästhetisches und künstlerisches Bildungsprofil stärken? Auf welche Weise können die Fachlehrer_innen für die Fächer Kunst, Musik, Darstellendes Spiel und Tanz dabei in die Entwicklung von Schulkultur eingebunden werden? Wie können Kooperationen zwischen Schulen und Kulturinstitutionen unter Einbindung der Fachlehrer_innen gestärkt und nachhaltig gefördert werden?

Die wissenschaftliche Forschung ist im Kontext der Kindheitsforschung angesiedelt und richtet ihren Blick auf die ästhetische Selbstbildung von Kindern. Ausgangspunkt sind Fragen, die sich mit den individuellen Weltzugängen von Kindern beschäftigen, wie zum Beispiel Fragen, die sich auf die Entwicklung individueller Bildsprache beziehen oder auf die verstehenden Zugänge zu den Künsten.

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grund_schule kunst bildung, band fünf: sprachen

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Der fünfte Band der von Kirsten Winderlich herausgegebenen Schriftenreihe »grund_schule kunst bildung« widmet sich dem Thema »Sprachen« und meint damit nicht nur die vielen Sprachen dieser Welt, sondern insbesondere die Sprachen, die entstehen, wenn wir uns mit aller Aufmerksamkeit einer Sache widmen und dabei Sprachen entwickeln, die greifbar machen, was über die gewohnte Sprache im Kontext des »Schulwissens« fast unmöglich erscheint.
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Rezension von Ruth Kunz, Pädagogische Hochschule Bern, Schweiz

Schriftenreihe band vier: Artist in residence

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Orte – Räume – Athmosphären

Kabel und Korken, Klebebänder, Folien, Schnüre, Schläuche — fragile Augenblickskonstruktionen aus Draht und Stäben, punktuell von farbigen Akzenten durch­wirkt. Als diese kleinen, plastischen Ereig­nisse sind sie Teil eines größeren Gefüges — einer von Kindern, Künstlern und Künstlerin­nen inszenierten Landschaft.
Im Projekt ,Artist-in-Residence` (2014-­2016), von Kirsten Winderlich und Nick Ash an der Universität der Künste Berlin initiiert, verzichten die eingeladenen Kunstschaffen­den auf ein aktives Unterrichten. Stattdes­sen arrangieren sie Materialien und Objekte so, dass von den fragmentarischen Setzun­gen ein Anreiz ausgeht, damit zu hantieren, zu spielen, das Vorgefundene zu verändern und zu transformieren. Leere und Fülle, un­besetzter Raum und Material lassen einen ‚Ort’ entstehen, der als inszenierter zum Handeln einlädt und — in Anlehnung an Martina Löw— Raum als relationale Erfah­rung immer wieder neu konstituiert.
Das lebendige Zusammenspiel von theoreti­scher Fundierung (Kirsten Winderlich), dich­ter Beschreibung (Nick Ash), Reflexionen und Betrachtungen der Beteiligten zeigt, wie Kunstdidaktik von Handlungsräumen her neu zu denken wäre.
Welche Energie geht von einem Setting aus, das Wahrgenommenes — nicht Idee und In­tention — an den Anfang setzt? Sensibel für das Körperliche, das Beseelt-Figurative ent­decken die Kinder das Potential der Brico­lage und lernen mit und von den Dingen. Einmal nicht der Last der Erwartungen an ein Werk ausgesetzt, erleben Kunstschaffen­de und Kinder, wie sich im Respons auf eine konkrete plastisch-räumliche Situation neue Erfahrungen auftun und der materialisier­te Dialog in den eigenen Hervorbringungen weiterwirkt. Die Temporalität der Arbeiten hat etwas Befreiendes: Sie lässt eine Lust an repetitiven Handlungen, eine Freude am Kommen und Gehen verschiedener ästhe­tischer Muster entstehen. Fasziniert entde­cken die Beobachtenden — der Lehrer, die Studentin — welche Intensität das Sinnliche eröffnet. Es ist „eine Intensität, die weiter reicht als alles, was als Bedeutung, Ziel oder Zweck vorgestellt werden kann” (Jean-Luc Nancy).
Mit ,Artist-in-Residence` ist ein Format ent­standen, das die kontinuierliche Begegnung von Kindern, Künstlerinnen und Künstlern und Forschenden über einen längeren Zeit­raum ermöglicht. Verankert in der ,grund_ schule der Künste, einem raumbezogenen Lehr- und Forschungsmodell, macht es (Selbst-) Bildungsprozesse beschreibbar: als ein Geschehen, das sich in Zeit und Raum, im Widerspiel mit den Dingen und im Aus­tausch mit den Menschen vollzieht.
Ruth Kunz

erschienen in BDK-Mitteilungen 3/2017

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Bilder bilden Sprachen

Neue Publikation zur ästhetisch-künstlerischen Sprachbildung befindet sich im Druck!

Wenn ein Individuum mit seiner Umgebung nicht auf komplexe, subtile und anregende Weise in Verbindung tritt, wird es wenig Bedeutsames zu sagen geben. (Elliot Eisner)

BilderbildenSpracheEine Sprache zu lernen heißt auch etwas in dieser Sprache zu sagen zu haben. Dieses bedeutet, Wahrgenommenes, Erlebtes und Erfahrenes in seiner Vielfalt und Dichte zum Ausdruck zu bringen und sich darüber mit Anderen auszutauschen. Eine ästhetisch-künstlerische Sprachbildung fördert in diesem Sinne die Wahrnehmung und Imaginationsfähigkeit. Sie gibt Kindern Raum für das Spiel und Experiment mit Sprache und ermöglicht ihnen dadurch, Sprache zu gestalten.

In Auseinandersetzung mit der Frage, welche Medien Kinder in diesen Sprachbildungsprozessen unterstützen können, stellt Kirsten Winderlich zeitgenössische Bilderbücher vor, die auf bemerkenswerte Weise mit dem Alphabet spielen, und macht zahlreiche Vorschläge für Bildungspraxis und Unterricht. Nach „Bilder bilden“ ist „Bilder bilden Sprachen“ bereits die zweite Publikation zur ästhetisch-künstlerischen Sprachbildung, die in hoher Auflage durch die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gefördert wird.

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Stottern – Audio-Beitrag, Band 5 unserer Schriftenreihe

Mit Kindern zu arbeiten und Künstlerin zu bleiben, ohne ins Stottern zu geraten, ist das Thema des Beitrags von Vivienne Appelius im 5. Band unserer Schriftenreihe “grund_schule kunst bildung” (Athena Verlag). Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen im Praxissemester hat sie ihren alten Kassettenrecorder besprochen und dabei Ideen gefunden, wie Sprache und Kunst zusammenkommen können.

Hier finden Sie den Audio-Beitrag auf unserer Seite bei Voice Republica:
“Stottern” von Vivienne Appelius

 

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Kinderzeichnungsforschung: Methodenentwicklung

Nick Ash und Conrad Rodenberg entwickelten eine Methode im Kontext der Kinderzeichnungsforschung, bei der das Nachspüren und Aufzeigen der Zeichnung eine zentrale Rolle spielt. Das methodische Vorgehen verläuft
Strich für Strich in einem zeitintensiven Prozess, bei dem die Erhebung der zeichnerischen Details sowie der Spezifika der Zeichnung im Mittelpunkt stehen. Sich auf diese Weise “ein Bild von der Zeichnung zu machen” intendiert die individuelle Äußerung zu durchdringen und zu verstehen.

Entstehung Animation Kinderzeichnung

Zur Anschauung hier eine zeitlich geraffte Fassung des Prozesses, bei der sich die Zeichnung über 32 Sekunden entfaltet: