grundschulekunstbildung

Kinderzeichnungsforschung: Methodenentwicklung

Nick Ash und Conrad Rodenberg entwickelten eine Methode im Kontext der Kinderzeichnungsforschung, bei der das Nachspüren und Aufzeigen der Zeichnung eine zentrale Rolle spielt. Das methodische Vorgehen verläuft
Strich für Strich in einem zeitintensiven Prozess, bei dem die Erhebung der zeichnerischen Details sowie der Spezifika der Zeichnung im Mittelpunkt stehen. Sich auf diese Weise “ein Bild von der Zeichnung zu machen” intendiert die individuelle Äußerung zu durchdringen und zu verstehen.

Entstehung Animation Kinderzeichnung

Zur Anschauung hier eine zeitlich geraffte Fassung des Prozesses, bei der sich die Zeichnung über 32 Sekunden entfaltet:

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Bühnenraumgestaltung

Der Bühnenraum für ein Konzertprojekt des Mädchenchors der Singakademie wurde von Nick Ash und Conrad Rodenberg (grund_schule der künste) gemeinsam mit Studierenden gestaltet. Ausgangspunkt ihres Konzeptes waren dabei Zeichnungen von Kindern mit vielfältigen kulturellen und sprachlichen Hintergründen, die sie mittels farbigen Tapes sowie einer Verschiebung des Maßstabs von 1 zu 100 in den Raum übertragen haben. Die durch diese Transformation bewirkte Abstrahierung der Kinderzeichnungen wird am Kopf des Saales durch eine das Konzert stetig begleitende Animation eines ausgewählten komplexen Zeichenprozesses gesteigert. Der Bühnenraum sensibilisiert so die Aufmerksamkeit für die Bedeutung der Kinderzeichnung als Ausdruck inneren Erlebens und Fühlens und tritt auf diese Weise in einen Austausch mit dem Konzert.

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Stella Konstantinou

Die grund_schule der künste öffnet ihre Bilderbuchwerkstatt für Willkommensklassen

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Die Kinder können den besonderen Raum, der von Olafur Eliasson gestaltet wurde, als Mitspieler entdecken und die Bilderbuchsammlung erleben. Im Anschluss erhalten die Kinder im Atelier die Gelegenheit ihre eigenen Bilder zur Sprache zu bringen.

Das Projekt entwickelt die Künstlerin und UdK Absolventin Stella Konstantinou in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Kirsten Winderlich und UdK Studierenden aus verschiedenen Fakultäten.

Aktuelle Kooperationsschulen:

Katharina-Heinroth-Grundschule
Nehring-Grundschule

Zeit: Januar – Juni 2016

Für Kooperationsanfragen, Termine und weitere Infos

Kontakt:

Stella Konstantinou
stella_konstantinou(at)gmx.de

Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Die Bilderbuchwerkstatt hat begonnen

Unsere Urteilskraft ist in der Kreativität der Kindheit verankert.
Olafur Eliasson

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Olafur Eliasson
Raum für Bildung und Bilder
2015
Wood, fabric, carpet, lights, foam
450 x 820 x 780 cm
Installation view at UdK, Grundschule der Künste, Berlin 2015
Photographer: Nick Ash
Courtesy of Raum für Bildung und Bilder by Olafur Eliasson, responding to Kirsten Winderlich’s concept of the Bilderbuchwerkstatt at grund_schule der künste, Berlin
© 2015 Olafur Eliasson
Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Kinderzeichnung und –malerei

Wenn unerwartete Bilder entstehen: Ein Forschungsprojekt zur Entwicklung einer individuellen Bildsprache eines Mädchens vom beginnenden dritten Lebensjahr bis zur Adoleszenz.

Methoden: Phänomenologische und Typologische Methode
Dauer: 2012-2018

„Wir kennen es alle: Auf einmal werden wir mit Bildern konfrontiert, die wir so noch
nicht gesehen haben und die unser Wissen um das, was Kinder machen und können,
irritieren. Wir sammeln diese Bilder über einen längeren Zeitraum und versuchen zu
ergründen, was das Besondere dieser individuellen Entwicklung bildnerischen Gestaltens
ist.
Kinder zeichnen und malen gerade in der frühen Kindheit und zu Beginn der
Grundschulzeit ohne Aufforderung. Das Spurenhinterlassen, Zeichnen und Malen in
dieser Zeit lässt sich dabei als intrinsisch motivierte ästhetische Praxis beschreiben,
die ihnen nicht nur verhilft sich selbst zu erleben und zu spüren, sondern unverzichtbare
Zugänge zur Welt eröffnet (vgl. Schäfer 1995).
Wenn Kinder in diesem Sinne Gelegenheit, Material und Raum erhalten, Bilder zu
produzieren, ist wiederholt zu beobachten, wie sie den Prozess des Spurenhinterlassens,
des Zeichnens und Malens erkunden und dabei mit Strichen, Linien und Formen spielen. Über diesen experimentellen Prozess des Bildermachens hinaus zeigt sich zudem,
dass auch schon die jüngeren Kinder eine eigene Bildsprache entwickeln können
(vgl. Maurer/Riboni 2010).

Soll diese gefördert werden und darüber hinaus ein Übergang im Hinblick auf das Fach
Kunst in der Grundschule geschaffen werden, ist es unabdinglich die individuellen
bildnerischen Gestaltungsprozesse der Kinder in Kindergarten wie in Schule zu dokumentieren, zu beschreiben und zu analysieren. Erkenntnisse über die individuelle
Entwicklung bildnerischen Gestaltens können dabei nicht nur direkt in der Praxis helfen
bildnerische Kompetenzen individualisierend zu fördern, sondern stoßen über den
Einzelfall hinaus weiterführende Fragen zur Komplexität früher Kinderzeichnungen
und -malereien an.“

Aus: Kirsten Winderlich: Wenn unerwartete Bilder entstehen. Rekonstruktion von Aspekten eines bildnerischen Entwicklungsprozesses zwischen dem 3. und dem beginnenden 7. Lebensjahr. In: Frank Schulz, Ines Seumel (Hrsg.): Kindheit. Jugend. Bildsprache. München: kopaed 2013, 688-699