Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Schule und Museum

Eine Initiative mit Vertreter*innen aus Schule, Hochschule und Museum veröffentlicht ihre Visionen und Empfehlungen

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Wie soll nachhaltige Zusammenarbeit von Museen und Schulen in einer weltoffenen, diversen und inklusiven Gesellschaft gestaltet werden? Was muss in Museen und Schulen geschehen, damit Kindern und Jugendlichen Erfahrungsräume und damit umfassende Bildungschancen eröffnet werden?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Initiative Museum und Schule, in der sich mittlerweile sechzig Expert*innen aus Schule, Hochschule und Museum engagieren. Gegründet wurde die Initiative als Museologischer Salon vor einem Jahr am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg. Anstoß gab der Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, einen Leitfaden für eine veränderte Kooperationskultur zwischen Schule und Museum zu entwickeln, der auf dem weiterentwickelten Rahmenkonzept Kulturelle Bildung sowie dem neuen Rahmenlehrplan für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 in Berlin und Brandenburg basiert.

Am 19. Mai 2016 stellte die Initiative im Rahmen des 6. Museologischen Salons ihre Empfehlungen für die Zusammenarbeit von Museen und Schulen vor. Sie enthalten, neben einem gemeinsamen Leitbild, Visionen sowie konkrete Kernaufgaben für Berlin.

 

Prof. Dr. Kirsten Winderlich, Leiterin der grund_schule der künste der UdK Berlin, hat im Rahmen der Initiative Museum und Schule die fachwissenschaftliche Begleitung für die Schule unter besonderer Berücksichtigung der Ästhetischen Bildung übernommen.

Als einen weiteren Meilenstein, gerade auch im Hinblick auf die Entwicklung und Profilierung der künstlerischen Lehrkräftebildung der UdK Berlin, wird Kirsten Winderlich die Zusammenarbeit mit Museen im Praxissemester unter besonderer Berücksichtigung der Grundschule etablieren. Ziel ist hierbei die Bildungspotenziale Museum gemeinsam mit Studierenden, Schulen sowie Lehrenden aus Hochschule und Museum aufzuspüren, zu reflektieren und produktiv zu machen.

 

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The Art of Music Education 2016

Die grund_schule der künste stellt am 4.02.2016 in der Elbphilharmonie ihren Kooperationsansatz, der Trias von Hochschule, Schule und Kulturinstitution, als Best-Practise-Beispiel neben der Carnegie Hall (New York) zur Diskussion.

Pressestimmen

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Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Artist-in-Residence an Grundschulen

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Die Stiftung Brandenburger Tor startet in Kooperation mit der grund_schule der künste der UdK Berlin ein Programm zur künstlerischen Förderung von Kindern.

Das Programm Max – Artists in Residence an Grundschulen ist ein Projekt der Stiftung Brandenburger Tor und der grund_schule der künste der UdK Berlin, das  nicht nur Impulse für den Kunstunterricht setzen sondern Kinder darüber hinaus im Schulalltag umfassend künstlerisch fördern will.

In diesem Zusammenhang werden zukünftig bis zu sechs Künstlerinnen und Künstler in Berliner Grundschulen „einziehen“. In ihren Ateliers in den Schulen ermöglichen sie Kindern eine Vielfalt an Kunst-Begegnungen und Gelegenheiten für eigene künstlerische Projekte. Beraten werden sie von Seiten der grund_schule der künste von Nick Ash. Auf die abschließende gemeinsame Ausstellung dürfen wir gespannt sein.

An der UdK Berlin hat Frau Prof. Winderlich die wissenschaftliche Projektleitung inne. Gemeinsam mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Evelyn May werden die ästhetischen und künstlerischen Bildungsprozesse qualitativ-empirisch beschrieben und für die Weiterentwicklung des Programms sowie die künstlerische Lehrkräftebildung produktiv gemacht.

Annika Vogt

Kooperation

Kooperation mit der Jungen Staatsoper

 

Die Junge Staatsoper entwickelte gemeinsam mit der Forschungswerkstatt der grund_schule der künste (Universität der Künste Berlin) unter der Leitung von Annika Vogt ein Kooperationsformat, in dem sich Studierende und Lehrende mit Schüler_innen mit Hilfe ästhetischer Praktiken mit der Perspektive „Kind“ auf Märchenstoffe auseinandersetzen. Im Zentrum der gemeinsamen Arbeit stehen dabei die individuellen Zugänge der Kinder zu existentiellen Themen und Fragen und die Transformation dieser in künstlerische Aufführungs- und Bildungsprozesse. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit werden konkret zum „Material“ für eine musikalische, theatrale und tänzerische Auseinandersetzung auf der Bühne.

Künstlerische Leitung: Johanne Bro (Tanz), Tobias Daniel Reiser (Musik), Annika Vogt (Theater)

Forschungswerkstatt: Annika Vogt mit Studierenden der grund_schule der künste (UdK Berlin)

 

Aktuell:

„Schuhwerk für Katzen“ (in Kooperation mit der Helmuth-James-von-Moltke-GS)

Das Märchen vom gestiefelten Kater erzählt von einem armen Müllerssohn, dem als einziges Erbe nur ein Kater bleibt. Der aber hat es in sich und erweist sich als Freund und Hoffnungsträger. Dank seiner Instinkte, seiner Intuition und seiner Intelligenz durchbricht er die festgefügte Gesellschaftsordnung, befreit sich und seinen Herrn daraus und stärkt ihr Selbst-Bewusstsein. Dieser kraftvollen zukunftsweisenden Begegnung wird in dem künstlerischen Projekt nachgegangen werden. Wir fragen nach den gestiefelten Katern von Heute, nach den Freunden der Kinder – realen wie auch fiktiven – und wollen Kinder auf diese Weise an ihre Selbstbildungs- und Gestaltungskräfte erinnern. Wie sehen Kinder ihre Zukunft? Wie gestaltet sich für sie der Weg, den sie mit Hilfe einer Freundin oder eines Freund beschreiten?

 

2014

„Glück“ (in Kooperation mit der Comenius-Grundschule)

Im April 2013 veröffentlichte Unicef eine Studie, der zufolge deutsche Kinder eine steigende innere Unzufriedenheit empfinden. Die Lebensumstände sind besser als die von Kindern vieler anderer Länder auf der Welt und dennoch sind viele Mädchen und Jungen in Deutschland unglücklich. Dieser Kluft zwischen äußeren Lebensumständen und individueller Bewertung wurde in diesem Projekt nachgegangen.

Im Rahmen der Forschungswerkstatt an der Universität der Künste wurde auf der Basis des Märchens „Hans im Glück“das Wesen von Glück erforscht: Wie fühlt sich Glück an? Wie finde ich Glück? Wie fühlt es sich an, wenn das Glück verloren ist?

 

2013

„Wehr den Wolf“ (in Kooperation mit der Comenius-Grundschule)

Das Projekt brachte Handlungsweisen der Märchenfiguren aus »Rotkäppchen« und Prävention vor Missbrauch zusammen. Unter dem Motto »Wehr den Wolf!« fragten wir mit Grundschüler_innen der Comenius-Schule nach Handlungsalternativen des Rotkäppchens gegenüber dem Wolf. Sei es der Kampf mit heißem Würstchenwasser, wie es in einer weniger bekannten Version der Brüder Grimm erzählt wird, oder eine Hilfsaktion von Blaukäppchen –  eigene künstlerische Erzählweisen der Selbstbestimmung und Selbstbehauptung wurden über Musik, Performance und Tanz auf die Bühne gebracht.

 

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Annika Vogt

Kooperation Kulturinstitution: Inszenierungsformate

Annika Vogt ist in der grund_schule der künste als Lehrkraft für besondere Aufgaben tätig. Ihr Lehr- und Forschungsschwerpunkt ist das Zeitgenössische Theater und die Performance. Ihre Seminare und Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Ästhetischen Bildungsprozessen aus der Perspektive theatraler und performativer Verfahren. Dabei untersucht sie Konzepte des Körpers, der Zeit, des Raums und des Materials auf ihren ästhetischen Bildungsgehalt hin. Besonderes Interesse liegt im Spiel mit Fiktion und Wirklichkeit, der Körpererfahrung, in biografischen und fiktionalen Erzähltechniken sowie Dingen, die über ihre funktionale Bedeutung hinaus betrachtet werden.

Theoretische Anlehnung findet sich in ihrer Lehre und Forschung in Ansätzen der Theorie der Performativität, des Embodiments sowie der phänomenologischen Bildungsforschung.

Sie entwickelte für die grund_schule der künste ein Forschungs-und Inszenierungsformat, das mit verschiedenen Kooperationskulturinstitutionen (Staatsoper, Philharmonie) umgesetzt wird. Dabei werden performative Verfahren als Forschungsstrategien eingesetzt und die Ergebnisse inszeniert.

Aktuelle Fragestellungen:

Wie können performative Verfahren ästhetische Bildungsprozesse in der Schule initiieren?

Wie kann die Suche nach theatralen Ausdrucksformen von Selbstbildung gestaltet werden, so dass das Kind mit seiner Perspektive und Fragestellungen im Mittelpunkt steht?

Welche Rolle spielt der Körper beim Anbahnen und Unterstützen von Ästhetischen Bildungsprozessen?

Welchen Bildungsgehalt haben Dinge, wenn man sie aus einer performativen Perspektive aus betrachtet?

Welchen Zugang bieten Schwellenerfahrungen als eine performative Dimension ästhetischer Erfahrung zu Museen?

Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Willkommensklassen

Die grund_schule der künste lädt in den kommenden Semestern Flüchtlingskinder gemeinsam mit ihren Lehrer_innen in ihre Bilderbuchwerkstatt ein. Der besondere Ort eröffnet den Kindern einen „Raum für Bildung und Bilder“ (Olafur Eliasson, 2015).

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