Conrad Rodenberg

Ästhetische Erfahrungen in Musealen Räumen (Rezension)

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[Rezension zum dritten Band der Schriftenreihe »grund_schule kunst bildung« von Kerstin Hallmann erschienen in den BDK-Mitteilungen 2/2016.]

Ästhetische Erfahrungen in musealen Räumen

Winderlich, Kirsten (Hg.) grund_schule kunst bildung, band drei: museum. Oberhausen (Athena Verlag) 2015; 112 Seiten; 19,50 Euro; ISBN: 978-3-89896-622-1

Die „grund_schule der künste“ (Udk Berlin) versteht sich als besonderen Bildungsort in dem durch interdisziplinäre Projekte erkundet wird, wie Bildung durch die Künste gelingen kann. Dies spiegelt sich auch in der dazugehörigen Schriftenreihe, die ästhetische Erfahrungen, Arbeits- und Forschungsweisen der Projekte dokumentiert und reflektiert. Während sich die beiden ersten Bände mit den Themenfeldern „ort & raum“ und „material“ beschäftigten, wagt der jüngst erschienene dritte Band den Weg aus den geschützten Projekträumen hinaus an museale Bildungsorte.
Im Zentrum steht die Frage, was ein Museum ist bzw. sein kann und wie sich Kinder museale Räume und dort Präsentiertes aneignen. Die Autoren des Sammelbandes geben Einblicke in performative, kartographierende, erzählerische und auditive Annäherungsweisen an zeitgenössische Kunst, kultur- und kunsthistorische Museumsorte. So erkunden beispielsweise Kinder das ästhetische Bildungspotenzial von Audioguides indem sie nicht vorproduziertes konsumieren, sondern selbst einen experimentellen Audioguide bei ihren Streifzügen durchs Museum erstellen. In einem anderen Projekt initiieren kunsthistorische Gemälde Imaginationen, die wiederum in sprechende, schreibende und performative Handlungen transformiert werden. Die Praxisbeispiele verdeutlichen, wie Ausstellungssituationen zu Handlungs- und Erfahrungsräumen für Kinder werden können, wenn es nicht primär um die Weitergabe kunsthistorisch abgesicherten Wissens geht.
Zu Wort kommen in den Beiträgen vor allem die Lernenden und dass sind in diesem Fall die teilnehmenden Kinder und Studierenden ebenso wie die Lehrenden. Denn hier geht es nicht nur um die Präsentation gelungener Projekte, sondern auch um den Versuch der Dokumentation und Erforschung ephemerer Bildungssituationen. So kann das Buch in zwei Richtungen gelesen werden. Zum einen als Ideenpool für experimentelle und handlungsorientierte Zugänge zu musealen Räumen und deren Ausstellungen. Und zum anderen als forschende Vorbereitung auf das nächste Projekt: Die Entwicklung eines Museumsführers für Kinder. Die vorliegenden Buchbeiträge aus dem Band „museum“ untersuchen dementsprechend primär die Frage, wie Kinder durch selbstbildende Wahrnehmungs- und Zugangsweisen in Kontakt mit Museen treten.

Kerstin Hallmann

Das Buch ist über den Athena Verlag erhältlich.

 

grundschulekunstbildung

The Art of Music Education 2016

Die grund_schule der künste stellt am 4.02.2016 in der Elbphilharmonie ihren Kooperationsansatz, der Trias von Hochschule, Schule und Kulturinstitution, als Best-Practise-Beispiel neben der Carnegie Hall (New York) zur Diskussion.

Pressestimmen

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Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Artist-in-Residence an Grundschulen

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Die Stiftung Brandenburger Tor startet in Kooperation mit der grund_schule der künste der UdK Berlin ein Programm zur künstlerischen Förderung von Kindern.

Das Programm Max – Artists in Residence an Grundschulen ist ein Projekt der Stiftung Brandenburger Tor und der grund_schule der künste der UdK Berlin, das  nicht nur Impulse für den Kunstunterricht setzen sondern Kinder darüber hinaus im Schulalltag umfassend künstlerisch fördern will.

In diesem Zusammenhang werden zukünftig bis zu sechs Künstlerinnen und Künstler in Berliner Grundschulen „einziehen“. In ihren Ateliers in den Schulen ermöglichen sie Kindern eine Vielfalt an Kunst-Begegnungen und Gelegenheiten für eigene künstlerische Projekte. Beraten werden sie von Seiten der grund_schule der künste von Nick Ash. Auf die abschließende gemeinsame Ausstellung dürfen wir gespannt sein.

An der UdK Berlin hat Frau Prof. Winderlich die wissenschaftliche Projektleitung inne. Gemeinsam mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Evelyn May werden die ästhetischen und künstlerischen Bildungsprozesse qualitativ-empirisch beschrieben und für die Weiterentwicklung des Programms sowie die künstlerische Lehrkräftebildung produktiv gemacht.

grundschulekunstbildung

Schriftenreihe band drei: museum

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Was ist ein Museum? Was kann ein Museum für Kinder sein? Und wie können sich Kinder Zugänge zu Museen verschaffen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der dritte Band der Schriftenreihe der grund_schule der künste. Wie in den vergangenen Bänden »Ort und Raum« sowie »Material« haben sich Lehrende gemeinsam mit Studierenden und Kindern Berliner und Brandenburger Grundschulen in ihren Seminaren mit grundlegenden Fragen Ästhetischer Bildung auseinandergesetzt. Ein Ziel war hierbei, Wege zu entdecken und zu erproben, das Museum als außerschulischen Lern- und Bildungsraum zu betreten, zu erfahren und wirksam zu machen. Dabei haben wir uns insbesondere auf das ›Erwachsenen-Museum‹ konzentriert, weil wir gerade in diesem besondere Bildungspotenziale sehen. In diesem Sinne intendiert unsere aktuelle Lehr- und Forschungstätigkeit im Rahmen der grund_schule der künste auch, die Kinder und ihre Bildungsprozesse im Museum für die Institution Museum zum Erscheinen zu bringen. Denn: In Zeiten, in denen verstärkt an den Bildungsauftrag der Museen appelliert wird, dürfte für diese aufschlussreich sein, wie sich insbesondere Kinder den Raum des Museums aneignen und auf unterschiedliche Weisen in Ausstellungen einzutauchen vermögen.

Die Beiträge: Annika Vogt: Schwelle. Performative Museumszugänge; Stella Konstaninou: Erzählen, Transkultur und Museum, Geschichten und Exkurse; Nick Ash: What is this? Reflections on a school visit to the Hamburger Bahnhof; Melanie Neumann: Zu Besuch bei Beuys; Gabriele Sagasser: Aussichten auf die Zusammenarbeit zwischen Schule und Museum; Kirsten Winderlich: Die Pfaueninsel. Kartierungen – mit einem Foto-Essay von Cindy Korne; Hanna Sybille Müller: »dinge in bewegung bringen«. Sommersemester 2015; Conrad Rodenberg: »Es war schon mal ein schöner Stein«. Ein Audioguide-Experiment; Kirsten Winderlich: Der Museumsführer, den ich mir erträume …

Das Buch ist über den Athena Verlag erhältlich.

Stella Konstantinou

Die grund_schule der künste öffnet ihre Bilderbuchwerkstatt für Willkommensklassen

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Die Kinder können den besonderen Raum, der von Olafur Eliasson gestaltet wurde, als Mitspieler entdecken und die Bilderbuchsammlung erleben. Im Anschluss erhalten die Kinder im Atelier die Gelegenheit ihre eigenen Bilder zur Sprache zu bringen.

Das Projekt entwickelt die Künstlerin und UdK Absolventin Stella Konstantinou in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Kirsten Winderlich und UdK Studierenden aus verschiedenen Fakultäten.

Aktuelle Kooperationsschulen:

Katharina-Heinroth-Grundschule
Nehring-Grundschule

Zeit: Januar – Juni 2016

Für Kooperationsanfragen, Termine und weitere Infos

Kontakt:

Stella Konstantinou
stella_konstantinou(at)gmx.de

Nick Ash

Artist-in-Residence 2015/16

Artist-in-Residence im Wintersemester 2015/16 ist Michaela Nasoetion.
Herzlich Willkommen!

Michaela Nasoetion entwickelt – als Künstlerin und Visionärin – ästhetische Tools, mit denen sie Handlungs-, Imaginations- und Dialogräume schafft, die den Teilnehmenden einen besonderen Austausch und ein ko-kreatives Tun ermöglichen. Typische Formate ihrer medienübergreifenden Arbeiten sind partizipative Installationen, situative Aktionen und ko-laborative Workshops.

Sie studierte Freie Kunst an der Akademie der bildenden Künste in München, an der HfbK Hamburg (Diplom) und am Goldsmiths College in London (Postgraduierten Diplom) und lebt und arbeitet seit 1997 in Berlin.

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Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Willkommensklassen

Die grund_schule der künste lädt in den kommenden Semestern Flüchtlingskinder gemeinsam mit ihren Lehrer_innen in ihre Bilderbuchwerkstatt ein. Der besondere Ort eröffnet den Kindern einen „Raum für Bildung und Bilder“ (Olafur Eliasson, 2015).

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Nick Ash

Forschungsprojekt

CURATING AESTHETIC SELF LEARNING – AN ETHNOGRAPHICAL STUDY ON SPATIAL AND MATERIAL INTERVENTIONS IN ARTS EDUCATION

Developments in our knowledge of how the arts and specifically the practice of art making can trigger aesthetic self learning processes in children have led to a reassessment of what form an art class can and should take on. When a child is able to productively self learn and explore individual areas of interest, then what role should the teacher have? Are we to leave the children to their own devices and restrict our interventions to maintaining order? Or should teachers try to develop ways in engaging with the children’s explorative processes? At the Universität der Künste Berlin an art studio has been created within the grund_schule der künste to explore these questions.

Today, only the boundaries of the imagination and the law of the land place any kind of restrictions on what can become art. The act of choosing has become the overriding artistic form of expression in contemporary art that is pivotal to how exhibitions are conceived today and particularly evident in installations where individual objects are seen as parts of a whole. Choosing what to place where in a space was traditionally the domain of the curator. The merging definition of the artist and the curator can help explore how art classes can be reconceptualized. The principle agents a teacher can use in an art class are material, the classroom space itself and language (spoken, written and body language) which are in fact the same agents the artist and curator use in an exhibition. The studio at the grund_schule der künste has taken on the role of a laboratory where it will be possible to observe the effects highly individual and diverse approaches to spatial and material interventions can have on the art making processes of children. Every semester we will invite an artist to share the studio with a group of children, both the artist and the children are invited to work on each other’s spacial and material interventions, whereby the artist and the children are the joint authors of the work and during the process have both entered into a spatial and material dialog that is manifested in the final installation.

The research therefore aims to look at how the role of the art teacher can develop into that of a curator working together with the children by supporting their self learning activities with spatial, material and conceptual interventions.

Nick Ash

Artist-in-Residence 2015

Artist-in-Residence im Sommersemester 2015 ist Niels Trannois
Herzlich Willkommen!

Kinder der Picasso-Grundschule Weissensee mit ihrem Lehrer Stefan Wahner freuen sich bereits auf das Sommersemester 2015

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Artist-in-Residence WS 2014/15
Albert Weis
Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Ein Buch fürs Museum – ein Buch für jedes Kind

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Die grund_schule der künste entwickelt und gestaltet gemeinsam mit Kindern ein Buch für die Räume von Kunst und Kultur

Die Bilderbuchwerkstatt, die von Olafur Eliasson gestaltet wurde, ermöglicht Kindern auf individuelle Weise Zugänge zum zeitgenössischen Bilder- und Künstlerbuch, gewissermaßen eine erste Begegnung mit Kunstwerken.
Bietet die Bilderbuchwerkstatt der grund_schule der künste einen geschützten und aus der Perspektive der Kinder gestalteten Raum für die Auseinandersetzung mit Kunst, wollen wir Kindern auch weitere Begegnungen mit Kunst, d.h. Zugänge zu den Museen, deren Räume und Sammlungen maßgeblich für Erwachsene angelegt wurden, ermöglichen. Hierbei soll ein Buch, ein Museumsführer, entwickelt und gestaltet mit Kindern für Kinder, unterstützen. Das Projekt wird im Sommersemester 2015 gemeinsam mit Studierenden vorbereitet und soll im Wintersemester 2015/16 gemeinsam mit Kindern realisiert und publiziert werden.

Eine besondere Herausforderung bei der Entwicklung eines Museumsführers liegt für uns nicht nur in Berücksichtigung der „1000 Sprachen der Kinder“, d.h. der individuellen Weltzugänge von Kindern, sondern ebenso in der Integration ihrer jeweiligen Kommunikationsformen. Dabei wollen wir uns den aktuellen Herausforderungen von Diversität und Inklusion stellen und den Museumsführer auch in Blindenschrift sowie in symbolunterstützte Kommunikationsformen übersetzen – ein Format entwickeln, dass die Mehr- und Vielsprachigkeit der Kinder aufgreift.

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Sichtbar machen, zur Sprache kommen

Kinder gestalten in einem Forschungstheater ihre eigenen Orte für das Lesen und Schreiben

Eine künstlerisch-wissenschaftliche Kooperation zwischen der grund_schule der künste und Judith Seng

 

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Fotos: Nick Ash

 

Eigene Orte, an denen sich Kinder vertiefen, ihren Gedanken und ganz eigenen Ideen nachgehen können, spielen im Kontext der Bildung von Kindern eine besondere Rolle.
Gerade beim Lesen- und Schreibenlernen kommt der eigenen vom Kind geschaffenen Umgebung eine große Bedeutung zu. Die grund_schule der künste widmet sich daher, und auch vor dem Hintergrund des in den Bildungsberichten immer wieder postulierten Förderbedarfs sprachlicher Kompetenzen Berliner Schülerinnen und Schüler, dem Thema „Eigene Orte für Kinder“. Beispielsweise kann der Tisch zu einem solchen Ort werden. Neben seiner funktionalen Bedeutung als Unterlage, Sitzhilfe oder
Ordnungssystem, kann er für die Kinder einen eigenen Ort bilden, der ihnen hilft, sich intensiv mit einem Gegenstand auseinanderzusetzen, mit Lust und Aufmerksamkeit zu lesen und zu schreiben. Doch wie können derartige Orte aussehen? Wie würden Kinder ihre eigenen Orte entwerfen? Und wie können diese Prozesse initiiert und zugleich sichtbar werden? Mit diesen Fragen setzt sich die grund_schule der künste mit der Designerin Judith Seng im Rahmen des experimentellen Entwurfssettings „ACTING THINGS“ auseinander, welches sie als Fellow der Graduiertenschule für die Künste und Wissenschaften der Universität der Künste Berlin entwickelte. Am 18. November findet ein Forschungstheater mit Judith Seng und 32 Kindern aus 4 Berliner Schulen statt. Die Schülerinnen und Schüler aus der Charlie-Rivel-Grundschule, der Lemgo-Grundschule, der Hellmuth-James-von-Moltke-Grundschule und der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule erhalten dort Raum und Zeit einen eigenen Ort zum Lesen und Schreiben zu entwerfen und zu gestalten. Studierende und Lehrende der grund_schule der künste werden das Forschungstheater u.a. mit Hilfe bildunterstützter qualitativer Forschungsmethoden begleiten und die Qualität eigensinniger Bildungsprozesse im Kontext von Ort, Raum und Sprache aufzeigen.

 

Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Wintersemester 2014/15

Wir haben einen neuen Kollegen, Conrad Rodenberg, den wir herzlich begrüßen. Conrad Rodenberg vertritt in der grund_schule der künste den Bereich der Ästhetischen Bildung mit einem Schwerpunkt auf der Experimentellen Musik.

Ab diesem Semester beginnen wir mit unserem “Artist in Residence”-Programm. Wir begrüßen in diesem Zusammenhang den Künstler Albert Weis, der für ein Semester sein Atelier in die grund_schule der künste verlegt und damit Kindern die Gelegenheit gibt ihn bei der Arbeit zu erleben und in einen Austausch zu treten. Das Seminar “Beobachten und Dokumentieren” von Nick Ash wird das Programm begleiten.

Wir freuen uns auf den Zweiten Band unserer Schriftenreihe “grund_schule kunst bildung”, der mit einem Schwerpunkt zu Material noch dieses Jahr, Mitte Dezember, erscheinen wird.

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Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Bilderbuchwerkstatt

Zeitgenössische Bilderbücher bieten Kindern vielfältige
Bildungsmöglichkeiten, wenngleich viele Erwachsene diesbezüglich eher
Vorbehalte haben: Sind diese Bilderbücher überhaupt noch etwas für Kinder?
Haben sie nicht zuwenig Text? Solche und ähnliche Fragen sind angesichts
zeitgenössischer Bildbücher immer wieder zu hören – bemerkenswerter Weise,
obwohl es kaum Rezeptionsforschung zum zeitgenössischen Bilderbuch gibt,
das heißt derartige Sorgen der Erwachsenen nicht wissenschaftlich belegt
sind.
Aus diesem Grund widmet sich die grund_schule der künste der
Rezeptionsforschung zeitgenössischer Bilderbücher und hat dafür eine
eigene Forschungswerkstatt (vgl. Orts- und raumbezogene Konzepte und
Modelle für die ästhetische Bildung von Kindern und deren Erforschung)
eingerichtet.

„Die Rezeption von Bilderbüchern ist mit Jens Thiele als „komplexes
elementares Ereignis“ zu verstehen. „Es kann der flüchtige Blick sein,
der etwas aufspürt, etwas ahnt, es kann die haptische Erfahrung des
Materials sein, es kann die Fremdheit des Objekts sein, es kann die
Assoziation an vorherige Erfahrungen sein“, der den nicht zu
formalisierenden Rezeptionsprozess prägt. In diesem Zusammenhang eine
Perspektive des Anderen annäherungsweise einzunehmen, stellt eine
besondere forschungsmethodologische Herausforderung dar. Ein Problem ist
hierbei, dass sich das Verständnis kindlicher Wahrnehmung häufig über
Setzungen der Erwachsenen definiert und auf diese Weise ein Zugang zur
Rezeption der Kinder erschwert wird. Entsprechend lautet meine
impulsgebende Frage: Wie können die spezifischen Zugänge von
Grundschulkindern zu Bilderbüchern erhoben werden? Welche Methoden und
Verfahren können im Rahmen einer spezifisch auf Kinder zielenden
Rezeptionsforschung eingesetzt werden? Welche Voraussetzungen und
Rahmenbedingungen sollten mit bedacht werden? Welche Instrumente und
methodische Vorgehensweisen sind dazu nötig?“

Aus: Kirsten Winderlich: Die Bilderbuchwerkstatt. Forschende Zugänge zur
Rezeption zeitgenössischer Bilderbücher im Grundschulalter zwischen Ort,
Bild und Sprache. In: Iris Kruse, Andrea Sabisch: Blickwechsel –
Denkspiele – Bildungspotenziale. München: kopaed 2013,167-181

Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Ort- und raumbezogene Konzepte und Modelle für die ästhetische Bildung von Kindern und deren Erforschung

Ästhetische Bildung ist nicht nur an Zeit sondern auch an Ort und Raum gebunden. Räume schaffen Atmosphären und vermitteln Botschaften, die sich auf das Erleben und Handeln ihrer Nutzer_innen auswirken. Darüber hinaus kann der Raum vielfältige ästhetische Bildungsimpulse geben, sei es zu Bewegung anregen, Plätze zum Aufführen und Ausstellen bereithalten, Orte integrieren, an denen eine intensive und kontemplative Auseinandersetzung
mit eigenen Themen und Fragestellungen möglich ist. In diesem Zusammenhang haben wir uns folgende Arbeits- und Forschungsschwerpunkte gesetzt:
–    Konzipierung und Aufbau eines Bildungsortes unter dem Dach der Universität der Künste Berlin in Kooperation mit Ólafur Elíasson und Judith Seng (Modellprojekt)
–    Kooperations- und Partizipationsmodelle Kunst und Bildung
–    Methodologie der qualitativen Forschung unter besonderer
Berücksichtigung von Ort und Raum (vgl. auch Bilderbuchwerkstatt)

Conrad Rodenberg

Raumgreifende ästhetische Erfahrung (Rezension)

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[Rezension zum ersten Band der Schriftenreihe »grund_schule kunst bildung« von Ulrike Martens erschienen in den BDK-Mitteilungen 2.2014, S. 44]

Raumgreifende ästhetische Erfahrung

Winderlich, Kirsten (Hg): grund_schule kunst bildung. band eins: ort und raum. Oberhausen (Athena Verlag) 2013; 89 Seiten; 19,50 Euro; ISBN978-3-89896-557-6

Wie kann man Raum nutzen, um ihn als Ort sinnlicher Erfahrung für Grundschulkinder erschließbar zu machen? Wie kann man die unmittelbare Umgebung, die Schule, den Klassenraum, den Schulweg zu Orten werden lassen, an denen kreative Prozesse angestoßen werden und sich entwickeln können? Wie können diese Orte, die von anderen gestaltet wurden, in Besitz genommen und zu einem eigenen lustigen, geheimen, wundersamen oder klangvollen Raum werden?

Dieser erste Band in der Schriftenreihe „grund_schule kunst bildung“ geht diesen Fragen intensiv nach. Insgesamt elf Autorinnen und Autoren beschreiben Projekte, die im Rahmen der „grund_schule der Künste“ entstanden sind, welche an der Universität der Künste in Berlin beheimatet ist und von der Herausgeberin geleitet wird. Ziel der Reihe ist es, „innovative ästhetische und künstlerische Schulpraxis“ (S. 5) zu entwickeln und vorzustellen, was gut gelingt.

In Anlehnung an die zeitgenössische Künstlerin Andrea Zittel wird z.B. der „Leseraum“ von Grundschülern erobert: Ein mobiles Zeltlager als Bilderbuchwerkstatt lädt nicht nur zum Lesen ein. Die Zelte bieten einen eigenen, geschützten Raum, in dem die Kulturtechnik des Lesens nicht nur eingeübt, sondern emotional unterstützt und durch die Besonderheit des Raumes sinnlich erfahrbar gemacht wird. Ein Projekt zum Thema „Streetart“ regt an, öffentlichen Stadtraum als veränderbar wahrzunehmen. Der eigene Stadtteil wird zum „Abenteuerspielplatz“ und verwandelt sich in ein ästhetisches Experimentierfeld. Mit Hilfe einer „Würfelreise“ (an jeder Kreuzung wird gewürfelt, in welche Richtung zu gehen ist) erkunden Kinder neue Wege, im doppelten Sinn dieses Wortes. Auch wissenschaftliche Methoden, wie das Sammeln von Fundstücken oder das Beschreiben eines Ortes kommen zum Einsatz und können Auslöser für individuelle kreative Prozesse sein. Die hier vorgestellten Projekte bieten sich als Vorschläge an. Die kurzen, aber prägnanten Texte und die Fotos machen dieses Buch gut lesbar und regen an, eigene raumbezogene Unterrichtsvorhaben zu entwickeln.

Ulrike Martens

erhältlich beim Athena Verlag

Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Bilderbuchzelten – eine mobile Bilderbuchwerkstatt

Was geschieht, wenn eine Bibliothek zu klein wird, wenn eine Bibliothek in einer Schule nicht mehr genug Platz für alle die Kinder bietet, die sich mit Büchern auseinandersetzen wollen? Sie muss selbstverständlich erweitert werden. Aber wie?

Die Schülerinnen und Schüler des Gelben Hauses der Evangelischen Grundschule Potsdam gingen zelten. Gemeinsam mit den Studierenden suchten sie im Außengelände der Schule geeignete Orte für eine intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Bilderbüchern. Doch nicht nur Ort und Wurfzelt schufen einen angemessenen Rahmen bei sich zu sein und gleichzeitig in die eigensinnigen Welten zwischen Bild und Text einzutauchen. Brautkleid-Kisten mit eigens für die unterschiedlichen Bilderbücher gesammelten Dinge und Materialen halfen die Zelte für die jeweiligen Bücher einzurichten, zu gestalten und die jeweils spezifische Ästhetik der Bilderbücher zum Erscheinen zu bringen. Jedes Zelt und das damit verbundene Rezeptionsgeschehen vermittelte entsprechend eine andere Atmosphäre, die unmittelbar erlebt, von den Kindern in Verbindung zu den Bilderbüchern und zur Sprache gebracht werden konnte – in Worten und Bildern.

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Foto: Kerstin Hanisch

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Projektidee und -durchführung: Prof. Dr. Kirsten Winderlich und Studierende
Kooperation: Carola Stelzer und Tanja Rybacki, Schülerinnen und Schüler des Gelben Hauses der Evangelischen Grundschule Potsdam
Ort: Bibliothek und Außengelände der Evangelischen Grundschule Potsdam
Fotos: Nick Ash

Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Im Atelier der Fachklasse von Prof. Johan Lorbeer

 

Das Atelier als Ort künstlerischer Schaffensprozesse kann als besonderer Bildungsort verstanden werden, der einlädt in die individuelle künstlerische Arbeit der Künstlerin oder des Künstlers einzusteigen. Darüber hinaus ist das Atelier, gerade für Kinder, als informeller Bildungsort zu begreifen. Es ist ein Ort, an dem unterschiedliche Materialien, Objekte und Werkzeuge lagern, ein Ort an dem Bilder im weitesten Sinne Platz einnehmen, Bilder, die sich noch im Prozess der Entstehung befinden oder aber bewahrt, geordnet und archiviert werden. Ateliers sind in ihrer räumlichen Ausgestaltung immer geprägt von der individuellen Künstlerpersönlichkeit. Sie erzählen von unterschiedlichen Arbeitsweisen und Haltungen aber auch von individuellen Erfahrungen. All diese Aspekte sind für Kinder bei einem Besuch noch nicht geordnet. Der Blick der Kinder ist noch nicht ausschließlich fokussiert auf das Werk, wie auch die Wahrnehmung der Kinder in den eigenen schöpferischen Prozessen nicht ausschließlich auf das Endprodukt gerichtet ist. Vielmehr sind die schöpferischen Prozesse von Kindern eingebunden in Handlungen, die sich zwischen scheinbaren Alltagshandlungen, Spiel und dem, was als künstlerische Tätigkeit verstanden werden kann, bewegen. Die Frage, wie die Kinder ihren Besuch in den Ateliers der Fachklasse von Prof. Johan Lorbeer erlebt haben, lockte bei ihnen, auch noch vier Wochen nach dem Besuch, eine Vielzahl an Erinnerungen hervor. So stellten die Kinder zum Beispiel eine Liste von fast 100 Möglichkeiten zusammen, die sie in den Ateliers machen konnten: Sie erzählten vom Fühlen, vom Kunstwerke anschauen, vom Bauen aus alten Materialien, vom Klettern, vom Ausprobieren, vom Forschen, vom Laufen, vom Zuschauen, vom Yogamachen, vom Farben machen, vom Orangenpressen, vom Bekleben des eigenen Mundes, vom Steigen auf eine hohe Leiter, vom Schatten mit Flaschen machen, vom Hochziehen einer Giraffe….

Die Beschreibungen der Kinder machen deutlich, dass wir es im Kontext ästhetischer und künstlerischer Bildung von Kindern immer mit einer Energie zu tun haben, die wenig mit unserer „Erwachsenen“-Vorstellung von Konzentration und kontinuierlich und linear verlaufenden Schaffensprozessen zu tun haben. Vielmehr vermittelten uns die Kinder während ihres Atelierbesuch ihre Aneignungs- und Bildungsprozesse als ein Flanieren, bei dem sich die Wegführung aus dem Moment des Unerwarteten und Überraschenden heraus entwickelt. Und in dieser Hinsicht kann der Besuch der Kinder im Atelier als doppeltes Bildungsereignis verstanden werden. Einerseits ermöglichte diese Aktion den Kindern eine Begegnung mit Kunst und Kunstschaffenden. Und andererseits stellte der Besuch der Kinder für die Studierenden eine besondere Gelegenheit dar, sich auf die Weltzugänge von Kindern einzulassen ohne die eigene Kunst „aus den Augen zu verlieren“.
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Projektidee: Prof. Dr. Kirsten Winderlich 
Projektdurchführung: Fachklasse Prof. Johan Lorbeer
Begleitung: Miriam Christof, Nick Ash
Kooperation: Anke Schäfer, Schülerinnen und Schüler der Klasse Fledermäuse der Hunsrück-Grundschule Berlin-Kreuzberg
Ort: Universität der Künste Berlin, Hardenbergstraße 33, Atelier der Fachklasse Prof. Johan Lorbeer
Fotos: Nick Ash

Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Der Schreibtisch

„Am Anfang der Idee stand mein alter Schreibtisch – ein Klapptisch aus Holz. Der Tisch hatte bereits Geschichte, ich hatte auf ihm jahrelang viele Texte geschrieben, er war aber noch gut in Schuss, das Schälfurnier aus Birke nur wenig angekratzt,“ so der Student Martin Kroetz. Er ließ die Schülerinnen und Schüler schreiben und zeichnen, in mehreren Schichten Geschichten erzählen – direkt auf der Tischplatte, die üblicher Weise nur als Unterlage genutzt wird und als Träger von Zeichen eher ein verbotener Ort ist. Die Kinder trugen den Tisch genau an jenen Ort, an dem sie die Geschichten erlebt und erfahren hatten. Und so wanderte der Tisch an ganz unterschiedliche Orte – sogar nach Eberswalde – lockte Erinnerungen hervor, die auf eigensinnige und gleichzeitig lustvolle Weise in Worte, Texte und Bilder transformiert wurden und auf diese Weise noch lange weitergetragen werden können – so wäre es zumindest wünschenswert für gute Geschichten.

am Schultor

Auf dem Flur

auf dem Schulhof

auf dem Zimmer im Schullandheim

auf dem Zimmer im Schullandheim2

bei den Fahrraedern

bei den Fahrraedern2

Der beschriebene Schreibtisch

hinter dem Sportplatz

im Klassenraum

im Schulgarten

im Schulgarten2

im Schullandheim

im Schullandheim2

in der Aula

in der Nachbarklasse

in der Sporthalle

konzentration

Projektidee und -durchführung: Martin Krötz
Begleitung: Prof. Dr. Kirsten Winderlich, Miriam Christof
Kooperation: Anke Schäfer, Schülerinnen und Schüler der Klasse Fledermäuse der Hunsrück-Grundschule Berlin-Kreuzberg
Ort: Hunsrück-Grundschule, Berlin-Kreuzberg
Fotos: Martin Krötz