grundschulekunstbildung

The Art of Music Education 2016

Die grund_schule der künste stellt am 4.02.2016 in der Elbphilharmonie ihren Kooperationsansatz, der Trias von Hochschule, Schule und Kulturinstitution, als Best-Practise-Beispiel neben der Carnegie Hall (New York) zur Diskussion.

Pressestimmen

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Annika Vogt

Kooperation

Kooperation mit der Jungen Staatsoper

 

Die Junge Staatsoper entwickelte gemeinsam mit der Forschungswerkstatt der grund_schule der künste (Universität der Künste Berlin) unter der Leitung von Annika Vogt ein Kooperationsformat, in dem sich Studierende und Lehrende mit Schüler_innen mit Hilfe ästhetischer Praktiken mit der Perspektive „Kind“ auf Märchenstoffe auseinandersetzen. Im Zentrum der gemeinsamen Arbeit stehen dabei die individuellen Zugänge der Kinder zu existentiellen Themen und Fragen und die Transformation dieser in künstlerische Aufführungs- und Bildungsprozesse. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit werden konkret zum „Material“ für eine musikalische, theatrale und tänzerische Auseinandersetzung auf der Bühne.

Künstlerische Leitung: Johanne Bro (Tanz), Tobias Daniel Reiser (Musik), Annika Vogt (Theater)

Forschungswerkstatt: Annika Vogt mit Studierenden der grund_schule der künste (UdK Berlin)

 

Aktuell:

„Schuhwerk für Katzen“ (in Kooperation mit der Helmuth-James-von-Moltke-GS)

Das Märchen vom gestiefelten Kater erzählt von einem armen Müllerssohn, dem als einziges Erbe nur ein Kater bleibt. Der aber hat es in sich und erweist sich als Freund und Hoffnungsträger. Dank seiner Instinkte, seiner Intuition und seiner Intelligenz durchbricht er die festgefügte Gesellschaftsordnung, befreit sich und seinen Herrn daraus und stärkt ihr Selbst-Bewusstsein. Dieser kraftvollen zukunftsweisenden Begegnung wird in dem künstlerischen Projekt nachgegangen werden. Wir fragen nach den gestiefelten Katern von Heute, nach den Freunden der Kinder – realen wie auch fiktiven – und wollen Kinder auf diese Weise an ihre Selbstbildungs- und Gestaltungskräfte erinnern. Wie sehen Kinder ihre Zukunft? Wie gestaltet sich für sie der Weg, den sie mit Hilfe einer Freundin oder eines Freund beschreiten?

 

2014

„Glück“ (in Kooperation mit der Comenius-Grundschule)

Im April 2013 veröffentlichte Unicef eine Studie, der zufolge deutsche Kinder eine steigende innere Unzufriedenheit empfinden. Die Lebensumstände sind besser als die von Kindern vieler anderer Länder auf der Welt und dennoch sind viele Mädchen und Jungen in Deutschland unglücklich. Dieser Kluft zwischen äußeren Lebensumständen und individueller Bewertung wurde in diesem Projekt nachgegangen.

Im Rahmen der Forschungswerkstatt an der Universität der Künste wurde auf der Basis des Märchens „Hans im Glück“das Wesen von Glück erforscht: Wie fühlt sich Glück an? Wie finde ich Glück? Wie fühlt es sich an, wenn das Glück verloren ist?

 

2013

„Wehr den Wolf“ (in Kooperation mit der Comenius-Grundschule)

Das Projekt brachte Handlungsweisen der Märchenfiguren aus »Rotkäppchen« und Prävention vor Missbrauch zusammen. Unter dem Motto »Wehr den Wolf!« fragten wir mit Grundschüler_innen der Comenius-Schule nach Handlungsalternativen des Rotkäppchens gegenüber dem Wolf. Sei es der Kampf mit heißem Würstchenwasser, wie es in einer weniger bekannten Version der Brüder Grimm erzählt wird, oder eine Hilfsaktion von Blaukäppchen –  eigene künstlerische Erzählweisen der Selbstbestimmung und Selbstbehauptung wurden über Musik, Performance und Tanz auf die Bühne gebracht.

 

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Annika Vogt

Kooperation Kulturinstitution: Inszenierungsformate

Annika Vogt ist in der grund_schule der künste als Lehrkraft für besondere Aufgaben tätig. Ihr Lehr- und Forschungsschwerpunkt ist das Zeitgenössische Theater und die Performance. Ihre Seminare und Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Ästhetischen Bildungsprozessen aus der Perspektive theatraler und performativer Verfahren. Dabei untersucht sie Konzepte des Körpers, der Zeit, des Raums und des Materials auf ihren ästhetischen Bildungsgehalt hin. Besonderes Interesse liegt im Spiel mit Fiktion und Wirklichkeit, der Körpererfahrung, in biografischen und fiktionalen Erzähltechniken sowie Dingen, die über ihre funktionale Bedeutung hinaus betrachtet werden.

Theoretische Anlehnung findet sich in ihrer Lehre und Forschung in Ansätzen der Theorie der Performativität, des Embodiments sowie der phänomenologischen Bildungsforschung.

Sie entwickelte für die grund_schule der künste ein Forschungs-und Inszenierungsformat, das mit verschiedenen Kooperationskulturinstitutionen (Staatsoper, Philharmonie) umgesetzt wird. Dabei werden performative Verfahren als Forschungsstrategien eingesetzt und die Ergebnisse inszeniert.

Aktuelle Fragestellungen:

Wie können performative Verfahren ästhetische Bildungsprozesse in der Schule initiieren?

Wie kann die Suche nach theatralen Ausdrucksformen von Selbstbildung gestaltet werden, so dass das Kind mit seiner Perspektive und Fragestellungen im Mittelpunkt steht?

Welche Rolle spielt der Körper beim Anbahnen und Unterstützen von Ästhetischen Bildungsprozessen?

Welchen Bildungsgehalt haben Dinge, wenn man sie aus einer performativen Perspektive aus betrachtet?

Welchen Zugang bieten Schwellenerfahrungen als eine performative Dimension ästhetischer Erfahrung zu Museen?

Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Wintersemester 2014/15

Wir haben einen neuen Kollegen, Conrad Rodenberg, den wir herzlich begrüßen. Conrad Rodenberg vertritt in der grund_schule der künste den Bereich der Ästhetischen Bildung mit einem Schwerpunkt auf der Experimentellen Musik.

Ab diesem Semester beginnen wir mit unserem “Artist in Residence”-Programm. Wir begrüßen in diesem Zusammenhang den Künstler Albert Weis, der für ein Semester sein Atelier in die grund_schule der künste verlegt und damit Kindern die Gelegenheit gibt ihn bei der Arbeit zu erleben und in einen Austausch zu treten. Das Seminar “Beobachten und Dokumentieren” von Nick Ash wird das Programm begleiten.

Wir freuen uns auf den Zweiten Band unserer Schriftenreihe “grund_schule kunst bildung”, der mit einem Schwerpunkt zu Material noch dieses Jahr, Mitte Dezember, erscheinen wird.

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Prof. Dr. Kirsten Winderlich

Der Schreibtisch

„Am Anfang der Idee stand mein alter Schreibtisch – ein Klapptisch aus Holz. Der Tisch hatte bereits Geschichte, ich hatte auf ihm jahrelang viele Texte geschrieben, er war aber noch gut in Schuss, das Schälfurnier aus Birke nur wenig angekratzt,“ so der Student Martin Kroetz. Er ließ die Schülerinnen und Schüler schreiben und zeichnen, in mehreren Schichten Geschichten erzählen – direkt auf der Tischplatte, die üblicher Weise nur als Unterlage genutzt wird und als Träger von Zeichen eher ein verbotener Ort ist. Die Kinder trugen den Tisch genau an jenen Ort, an dem sie die Geschichten erlebt und erfahren hatten. Und so wanderte der Tisch an ganz unterschiedliche Orte – sogar nach Eberswalde – lockte Erinnerungen hervor, die auf eigensinnige und gleichzeitig lustvolle Weise in Worte, Texte und Bilder transformiert wurden und auf diese Weise noch lange weitergetragen werden können – so wäre es zumindest wünschenswert für gute Geschichten.

am Schultor

Auf dem Flur

auf dem Schulhof

auf dem Zimmer im Schullandheim

auf dem Zimmer im Schullandheim2

bei den Fahrraedern

bei den Fahrraedern2

Der beschriebene Schreibtisch

hinter dem Sportplatz

im Klassenraum

im Schulgarten

im Schulgarten2

im Schullandheim

im Schullandheim2

in der Aula

in der Nachbarklasse

in der Sporthalle

konzentration

Projektidee und -durchführung: Martin Krötz
Begleitung: Prof. Dr. Kirsten Winderlich, Miriam Christof
Kooperation: Anke Schäfer, Schülerinnen und Schüler der Klasse Fledermäuse der Hunsrück-Grundschule Berlin-Kreuzberg
Ort: Hunsrück-Grundschule, Berlin-Kreuzberg
Fotos: Martin Krötz